Kurzinfo
Die AAFCO empfiehlt einen Proteinanteil von mindestens 18 % für ausgewachsene Hunde und 22,5 % für Welpen, aber über 40 % hinaus gibt es keinen nachgewiesenen Nutzen für gesunde Hunde.
Hunde benötigen mindestens 5,5 % Fett (erwachsene Tiere) und 8,5 % (Welpen) für Energie, gesundes Fell und Gehirnfunktion, aber übermäßiges Fett (> 20 %) kann zu Gewichtszunahme führen.
Die meisten Hunde gedeihen mit 18–30 % Protein. Zu viel (40 %+) kann bei Hunden mit Vorerkrankungen die Nieren und die Leber belasten.
Hunde können Kohlenhydrate verdauen. Sie brauchen zwar keine Kohlenhydrate zum Überleben, aber die meisten kommerziellen Hundefutter enthalten 30–50 % Kohlenhydrate, die Ballaststoffe und Energie liefern und den Muskelabbau verhindern.
95 % der selbst zubereiteten Nahrung ist ernährungsphysiologisch unausgewogen. Den meisten fehlt es an Kalzium, Zink, Vitamin D oder Taurin, wodurch Hunde einem Mangelrisiko ausgesetzt sind.
Die FDA untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen getreidefreiem Hundefutter und dilatativer Kardiomyopathie (DCM), einer lebensbedrohlichen Herzerkrankung.
Studien zeigen, dass Rohfutter, das als „ursprünglich“ angepriesen wird, das Risiko von Salmonellen, E. coli und Listerien erhöhen kann, die sowohl Hunden als auch ihren Besitzern schaden können.
Teures Hundefutter ist nicht immer besser. Einige preisgünstige Marken erfüllen die gleichen AAFCO-Standards wie Premiummarken
Schnelle Navigation
Die Antwort ist nicht so einfach, wie die teuerste Marke auszuwählen oder dem neuesten Trend bei Tiernahrung zu folgen. Die Ernährungsbedürfnisse eines Hundes hängen von seinem Alter, seiner Größe, seinem Aktivitätsniveau und sogar seiner Rasse ab. Das bedeutet, dass ein einheitlicher Ansatz nicht funktioniert.
Was macht eine ausgewogene Ernährung für Hunde aus?
Proteine – Unverzichtbar für Muskelwachstum, -reparatur und allgemeine Gesundheit
Fette – Wichtig für Energie, Haut und Fellgesundheit
Kohlenhydrate – Liefern Ballaststoffe und Energie (ja, Hunde können Kohlenhydrate verdauen!)
Vitamine und Mineralstoffe – unterstützen die Immunfunktion, die Knochengesundheit und den Stoffwechsel

Protein, Fett und Kohlenhydrate: Wie sieht die richtige Balance aus?
Fette: Mindestens 5,5 % Fett sind für die Energie und die Gesundheit des Fells erforderlich, aber zu viel Fett (> 20 %) kann bei inaktiven Hunden zu einer Gewichtszunahme führen.
Kohlenhydrate: Hunde brauchen zwar keine Kohlenhydrate zum Überleben, aber verdauliche Kohlenhydrate (30–50 %) liefern wichtige Ballaststoffe und Energie und verhindern, dass Protein als primäre Energiequelle genutzt wird.
Rasse, Größe und Lebensphase
Kleine Rassen (Chihuahuas, Zwergspitz, Yorkshire Terrier) – haben einen höheren Stoffwechsel pro Pfund und benötigen mehr Kalorien im Verhältnis zum Körpergewicht.
Welpen – benötigen eine höhere Protein- und Fettzufuhr für ein schnelles Wachstum (22,5 %+ Protein).
Ältere Hunde – Möglicherweise ist eine höhere Proteinzufuhr (~25 %) erforderlich, um Muskelschwund zu verhindern und die Gesundheit der Gelenke zu unterstützen.
Protein in Hundefutter: Wie viel ist zu viel?
Erwachsene Hunde benötigen mindestens 18 % Eiweiß in ihrer Nahrung.
Welpen und trächtige/säugende Hündinnen benötigen für ein gesundes Wachstum mindestens 22,5 % Protein.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass eine proteinreichere Ernährung gleichbedeutend mit einer besseren Ernährung ist, aber das stimmt nicht immer. Sehen wir uns an, was die Wissenschaft sagt:
❗ Überschüssiges Protein wird nicht in Muskeln gespeichert, sondern stattdessen in Energie umgewandelt oder als Abfall ausgeschieden.
❗ Eine sehr hohe Proteinaufnahme kann die Nieren und die Leber bei Hunden mit Vorerkrankungen belasten.
Für aktive Hunde und Arbeitshunde: 25–30 % Protein sind ideal.
Für durchschnittlich große, erwachsene Hunde: 18–25 % sind vollkommen ausreichend.
Für ältere Hunde: Ein höherer Proteingehalt (~25 %) kann helfen, die Muskelmasse zu erhalten.
Für Hunde mit Nieren- oder Lebererkrankungen: Unter tierärztlicher Aufsicht wird oft ein niedrigerer Proteingehalt (~14–18 %) empfohlen.
Die Qualität der Proteine ist wichtiger als die Menge
✔️ Tierische Proteine (Huhn, Rind, Fisch, Truthahn, Lamm)
✔️ Eier (höchste biologische Wertigkeit aller Proteine)
✔️ Hochwertige pflanzliche Proteine (Erbsen, Linsen, Soja, wenn auch nicht so vollständig wie tierische Proteine!)
❌ Fleischnebenprodukte (schlechte Verdaulichkeit)
❌ Maisglutenmehl, Weizengluten (unvollständiges Aminosäureprofil)
Kann zu viel Protein Ihrem Hund schaden?
▫️ Hunde mit Nierenerkrankungen haben Probleme, überschüssigen Stickstoff aus Proteinen zu verarbeiten.
▫️ Bei Lebererkrankungen muss die Proteinzufuhr kontrolliert werden.
▫️ Übergewichtige Hunde können mehr Fett ansetzen, wenn sie zu viel Protein zu sich nehmen, ohne sich zu bewegen.

Trockenfutter, Rohfutter oder Frischfutter? Ein Vergleich der verschiedenen Hundefutterarten
Trockenfutter (Trockenfutter für Hunde)
Einfach und erschwinglich – Keine Essenszubereitung, lange Haltbarkeit und budgetfreundlich.
Ernährungsphysiologisch ausgewogen – Die meisten kommerziellen Trockenfutter entsprechen den AAFCO-Standards.
Zahnpflege? – Einige behaupten, Trockenfutter helfe bei der Zahnreinigung, aber Studien zeigen gemischte Ergebnisse.
Geringerer Feuchtigkeitsgehalt – Hunde, die Trockenfutter erhalten, brauchen viel Wasser.
Die Qualität variiert – Einige Marken verwenden billige Füllstoffe anstelle hochwertiger Zutaten.
Protein: ~18–26 %
Fett: ~10–15 %
Kohlenhydrate: ~45–55 %
Feuchtigkeit: ~10 %
Rohfütterung (einschließlich BARF und Prey Model)
Hoher Proteingehalt – entspricht der Ernährung wilder Hunde.
Vollwertzutaten, keine Füllstoffe.
Viele Besitzer berichten von verbessertem Fell und besserer Verdauung.
Bakterielle Kontamination – Salmonellen, E. coli und Listerien sind ein echtes Problem.
Ungleichgewicht in der Ernährung – Den meisten selbst zubereiteten Rohkost-Diäten fehlen wichtige Vitamine und Mineralien.
Nicht für jeden Hund geeignet – Bei immungeschwächten Hunden (und Menschen im Haushalt) besteht ein höheres Risiko.
Protein: ~40–50 %
Fett: ~20–30 %
Kohlenhydrate: Minimal
Feuchtigkeit: ~60–70 %
Frisch gekochte Ernährung (hausgemachtes oder kommerzielles Frischfutter)
Leichter verdaulich – ideal für empfindliche Mägen
Sehr schmackhaft – Hunde sind verrückt danach.
Kann individuell angepasst werden – abgestimmt auf Allergien, Gewicht oder Gesundheitszustand.
Teurer – Kostet deutlich mehr als Trockenfutter.
Kurze Haltbarkeit – Muss gekühlt oder eingefroren werden.
Erfordert eine richtige Zusammensetzung – Vielen selbstgemachten Diäten fehlen essentielle Nährstoffe.
Protein: ~25–35 %
Fett: ~15–25 %
Kohlenhydrate: ~30–50 %
Feuchtigkeit: ~60–70 %

Marketing-Tricks: Was ist echt und was nicht?
Schlagwörter, die gut klingen, aber nichts bedeuten
Für den menschlichen Verzehr geeignet: Dieser Begriff ist bedeutungslos, es sei denn, das Futter wird in einer USDA-zertifizierten Anlage für menschliche Lebensmittel hergestellt.
Urtümliche Ernährung: Nur weil Wölfe rohes Fleisch fressen, bedeutet das nicht, dass moderne Hunde eine Rohkostdiät benötigen. (Hunde haben sich zusammen mit dem Menschen entwickelt!)
Superfoods: Grünkohl, Blaubeeren und Chiasamen mögen im Trend liegen, aber sie ersetzen nicht die Nährstoffe, die Hunde wirklich brauchen.
Der Mythos „Getreidefrei“: Hilfreich oder nicht?
Die meisten Hunde vertragen Getreide gut. Vollkornprodukte (wie Reis, Gerste und Hafer) liefern Ballaststoffe, Energie und essenzielle Nährstoffe.
Getreidefrei bedeutet NICHT kohlenhydratfrei. Bei vielen getreidefreien Futtersorten wird Getreide durch Kartoffeln, Erbsen oder Linsen ersetzt, manchmal in übermäßigen Mengen.
Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen getreidefreier Ernährung und Herzerkrankungen (DCM) bei Hunden hin. Die FDA führt zwar noch Untersuchungen durch, aber es ist ein Risiko, das man in Betracht ziehen sollte.
Der Protein-Hype: Brauchen Hunde wirklich mehr als 40 % Protein?
Mehr Protein ist nicht immer vorteilhaft. Die meisten erwachsenen Hunde kommen mit einem Proteingehalt von 18–25 % gut zurecht. Mehr als 40 %? Für den durchschnittlichen Hund gibt es keine nachgewiesenen Vorteile.
Hoher Proteingehalt = hohe Kalorienzahl. Wenn ein Hund die zusätzliche Energie nicht verbrennt, kann dies zu einer Gewichtszunahme führen.
Ein Zuviel an bestimmten Proteinen kann bei Hunden mit Vorerkrankungen die Nieren und die Leber belasten.
„Premium“ bedeutet nicht immer besser
Einige preisgünstige Marken erfüllen die gleichen AAFCO-Ernährungsstandards wie teure Marken.
Viele „Premium“-Marken verlangen mehr für Marketing, ausgefallene Verpackungen und Boutique-Zutaten als für eine bessere Ernährung.
Die teuersten Marken sind nicht immer die besten. Eine 60-Dollar-Tüte Futter mit Werbesprüchen ist möglicherweise weniger ausgewogen als eine gut zusammengestellte, erschwingliche Option.

Aber jetzt schauen wir uns erst einmal etwas sehr Wichtiges an: Wie man Ernährungsmängel bei Hunden erkennt.
Anzeichen von Ernährungsmängeln bei Hunden
▫️ Stumpfes, sprödes Fell? Oft verbunden mit geringer Proteinaufnahme oder Zinkmangel.
▫️ Übermäßiger Haarausfall? Könnte mit niedrigem Biotin-, Vitamin-A- oder essentiellem Fettsäuren-Spiegel zusammenhängen.
▫️ Erbrechen nach dem Essen? Könnte auf Verdauungsenzymmangel oder Nahrungsmittelunverträglichkeit hinweisen.
▫️ Übermäßige Blähungen? Oft verursacht durch minderwertige Proteine oder Verdauungsprobleme bei bestimmten Kohlenhydraten.
▫️ Muskelschwund oder Probleme, das Gewicht zu halten? Könnte ein Zeichen für zu wenig Protein sein.
▫️ Schwäche, Zittern oder schlechte Koordination? Kann auf einen Magnesium- oder Kaliummangel hinweisen.
▫️ Verzögertes Wachstum oder brüchige Knochen? Könnte auf ein Kalzium-Phosphor-Ungleichgewicht hinweisen (häufig bei selbst zubereiteter Nahrung).
▫️ Welpen großer Rassen gefährdet? Zu viel oder zu wenig Kalzium kann zu Knochendeformitäten führen.
▫️ Trübe Augen, schlechte Sicht oder Nachtblindheit? Könnte auf niedrigen Vitamin-A-Spiegel hinweisen.
▫️ Wiederkehrende Hautinfektionen oder Allergien? Manchmal verbunden mit niedrigen Omega-3-Werten oder Selenmangel.
PetRadars Decoder für Hundefutteretiketten
Anstatt sich also auf eine schicke Verpackung zu verlassen, sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren: die Zutaten, die Nährstoffe und die spezifischen Bedürfnisse des Hundes.

American College of Veterinary Nutrition (ACVN)
AAFCO-Nährstoffprofile (2023)
FEDIAF-Ernährungsrichtlinien (Europa)
National Research Council (NRC), Nährstoffbedarf von Hunden und Katzen
UC Davis Veterinary Nutrition Study
Merck Veterinary Manual
U.S. Food & Drug Administration (FDA)
American Veterinary Medical Association (AVMA)
Tufts University Veterinary Nutrition